Mein Kantonsratsvotum zur Interpellation 'I 20/20: Mehr Fahrzeuge mit nachhaltigen Antriebskonzepten für den Kanton Schwyz?'

24.06.2021
Zum Beitrag
PDF zum runterladen

Interpellation 'I 20/20: Mehr Fahrzeuge mit nachhaltigen Antriebskonzepten für den Kanton Schwyz?'

Mein Kantonsratsvotum zur Interpellation 'I 20/20: Mehr Fahrzeuge mit nachhaltigen Antriebskonzepten für den Kanton Schwyz?'

Geschätzter Herr Präsident, meine Damen und Herren

Wie Sie sehen, haben alle grünliberalen Kantonsräte diese Interpellation mitunterzeichnet. Das Thema ist uns wichtig und ich sage daher gerne ein paar Worte im Namen unserer Fraktion. 

Vorab bedanken wir uns für die ausführliche Beantwortung durch den Regierungsrat. Die Antworten zeigen: wir haben mit unserer Interpellation NICHT in ein Wespennest gestochen und in der Verwaltung für Aufregung gesorgt.  

Im Gegenteil: Die Regierung setzt sich offensichtlich nicht erst seit der Interpellation mit der Thematik auseinander. Sie setzt sich als Ziel, eine moderne, zeitgemässe und umweltschonende Fahrzeugflotte zu haben. Die Regierung sieht die Entwicklung von Fahrzeugen mit alternativen Antriebsformen für die kantonale Verwaltung als Chance, der er offen begegnen möchte. Auch wenn wir mit 4 Stromern und 8 Hybriden von 206 kantonalen Fahrzeugen noch in den Kinderschuhen stecken. Diese Grundhaltung freut uns sehr. 

Die Antworten auf die Interpellation zeigen auch ein paar interessante Zahlen und Entwicklungen, auf die ich kurz eingehen möchte. Vorab noch ein Wort zur Begrifflichkeit. Wir sprechen von alternativen Antriebsformen, also alles was fossilfrei fährt. Zur Zeit sprechen wir von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen, wasserstoffbetriebenen Elektrofahrzeugen und Biogasfahrzeugen. Bei den strombasierten kann der Kanton auf unseren lokalen Wasserkraftstrom setzen, oder noch besser auf den RegioStrom, also auf Strom aus Wasser, Sonne,Wind und Biomasse setzen. Wir reden also von Fahrzeugen, die mit ökologischer, regional produzierter Energie unterwegs sind.

Nun zu den Zahlen und Entwicklungen, die in der regierungsrätlichen Antwort ersichtlich werden:

-      1. Kantonspolizei: Bei der Kantonspolizei sind die Anforderungen an die Fahrzeuge verständlicherweise besonders hoch. Wir begrüssen daher, dass unsere Schwyzer Kantonspolizei aktuell mit einem Versuch eruiert, ob Fahrzeuge mit alternativen Antriebskonzepten (bereits) sachgerecht und zielführend eingesetzt werden können. Wir hoffen, dass die Eruierung positiv ausfällt und solche Fahrzeuge künftig auch in der Verbrechensbekämpfung eingesetzt werden können. Die Beschleunigung ist bei Stromern bekanntlich sehr gut und aufgrund unserer bescheidenen Kantonsfläche könnte es trotz Topographie und dank Rekuperation beim Bergabfahren auch mit der Reichweite hinhauen.

-      2. Erfassung des Treibstoffverbrauchs: Laut Kanton gibt es keine systematische Erfassung des Treibstoffverbrauchs über alle Ämter. Bei der polizeilichen Flotte wird offensichtlich aber der Gesamtverbrauch erfasst und es zeigen sich positive Entwicklungen mit einer Reduktion von rund 25 % in den letzten 15 Jahren. Vlt. könnte sich die Regierung diese positiven Entwicklungen zum Ansporn nehmen, den Treibstoffverbrauch der ganzen kantonalen Fahrzeugflotte zu erfassen und so die Fortschritte zu monitoren.

-      3. Beschaffung: Auf ein verwaltungsweites, einheitliches Beschaffungskonzept will die Regierung zwar nicht setzen. Die Regierung hat neu jedoch eingeleitet, dass neu grundsätzlich sämtliche Fahrzeugbeschaffungen vorgängig besonders hinsichtlich einer möglichen alternativen Antriebsform mit dem Verkehrsamt als Fachinstanz abgesprochen werden. So wird die erforderliche Koordination und das notwendige Fachwissen sichergestellt. Dies ist ein positiver Schritt und es freut uns, wenn unsere Interpellation hier vielleicht den Stein des Anstosses gegeben hat.

Noch ein paar abschliessende Worte: Der Regierungsrat will sich generell nicht von «irgendwelchen abstrakten Zielsetzungen und Ideologien leiten lassen», wie er es ausdrückt. Das schöne ist, das muss er auch nicht.

Die Zielsetzung ist klar: Wir arbeiten in den nächsten drei Jahrzehnten als Gesellschaft daran, das fossile Zeitalter ins Museum zu verbannen. Zu diesem Ziel bekennt sich die Schweiz und auch unser Kanton Schwyz.

Und bezüglich Ideologie: Es ist mein grosser persönlicher Wunsch, dass wir unsere Klimapolitik dem ideologischen Gezanke - ob dafür oder dagegen - entziehen können. Unser Klima zu schützen, soll weder ein linkes, noch rechtes Anliegen sein. Unpolitisch, wie dies in vielen nordischen Ländern bereits der Fall ist.

Packen wir es gemeinsam an!

Besten Dank

Django Betschart│Grünliberaler Kantonsrat│Brunnen

Hast du Anregungen oder Ideen zum Beitrag - Schreib mir...

Django Betschart, Kantonsrat SZ GLP
Schreib mir!

Django Betschart

Hast Du gute Ideen und Vorschläge, wie wir Brunnen und unseren Kanton Schwyz #progressiv und #grünliberal weiterentwickeln können? Oder einfach Fragen zu meiner Politik und Person? Ich freue mich auf Deine Kontaktaufnahme!